Sonntag, 22. März 2009

Freiheit für Tibet!

Jüngste Unruhen lenken die Aufmerksamkeit der weltweiten Medien dieser Tage wieder nach China, wo in der nördlich von Tibet gelegenen Provinz Qinghai, die vorwiegend von Tibetern bewohnt wird, 93 buddhistische Mönche und 95 andere Menschen nach einer Attacke auf eine Polizeistation von den chinesischen Behörden festgenommen worden seien.
Wie kommt es immer wieder zu diesen Auseinandersetzungen zwischen China und Tibet? Um das zu verstehen, muss man weit in die Geschichte zurückgehen. Nachdem China schon seit dem 13. Jahrhundert Anspruch auf die hochgelegene Region im Himalaya erhoben hatte, gelang es den Tibetern im Jahre 1911, unabhängig zu werden. Doch 1950 marschierten Truppen des mittlerweile kommunistisch gewordenen China in Tibet ein und machten es zu einer chinesischen Provinz.
Zwar haben die Chinesen die Tibeter vielfach von Leibeigenschaft und Sklaverei befreit und das Land infrastrukturell neu erschlossen, doch leidet die gesamte buddhistisch-tibetische Kultur unter den vielen Einflüssen aus China, dem Tourismus, vor allem aber der immer noch vorhandenen militärischen Unterdrückung durch die Chinesen.
Vor 50 Jahren, am 10. März 1959, war es dann zu einem Aufstand der Tibeter gekommen, der allerdings blutig niedergeschlagen wurde. Daraufhin floh der Dalai-Lama, das geistliche und weltliche Oberhaupt aller Tibeter, ins Exil nach Nordindien, mit ihm viele seiner Landsleute.
Verstärkt wurde der Konflikt noch, als in den 1960er Jahren riesige Landbesitze buddhistischer Klöster verstaatlicht wurden. Überhaupt spielen die Mönche und Nonnen im Tibetkonflikt eine große Rolle, weil von ihnen meist die aufständischen Aktionen gegen die chinesische Unterdrückung ausgehen. Für dieses Engagement leben sie allerdings in höchster Gefahr. Wie die Meldung oben zeigt, sind sie die bevorzugten Opfer des chinesischen Sicherheitsapparates, weil sie gleichsam die Identifikationspersonen ganz Tibets sind. Bestraft werden sie schon alleine wegen ihrer Loyalität dem Dalai-Lama gegenüber, der von China als Staatsfeind angesehen wird.
Angesichts solcher Tatsachen kann nicht geleugnet werden: Tibet wird von China massiv unterdrückt und hat das Recht auf sofortige Unabhängigkeit. Jeder sollte sich für Tibet einsetzen, sei es auch nur dadurch, Informationen zu sammeln. Denn nur wer Bescheid weiß, kann helfen. Es kann nicht so weitergehen wie bisher, dass jährlich hunderte Tibeter und buddhistische Mönche in die teilweise menschenunwürdigen chinesischen Gefängnisse gesteckt werden, obwohl sie nichts gemacht haben, außer dem Dalai-Lama ihre Loyalität zu beweisen oder für die berechtigte Unabhängigkeit ihres Landes einzutreten.
Daher fordere ich, dass Tibet sofort unabhängig von China und als autonomer Staat von der Staatengemeinschaft anerkannt wird. Sollte dies nicht geschehen, sind nur folgende Lösungen denkbar: Dauerhafte Stationierung von Blauhelmen in der Region und harte Sanktionen der UNO gegenüber China. Vor allem aber müssen sich die Staats- und Regierungschefs verstärkt für die tibetische Unabhängigkeit einsetzen und sich offiziell hinter Tibet und damit gegen China stellen.
Dies geschieht bisher nur aus dem Grunde nicht, weil China einer der wichtigsten Handelspartner der meisten Industriestaaten ist und man sich nicht die Geschäfte verderben will. Doch ich bin mir sicher: Zeitweilige Handelsblockaden werden von den Volkswirtschaften der einzelnen Länder gut getragen werden und China wird sich wirklich von Tibet trennen, weil es gerade an der Schwelle zum hochentwickelten Industriestaat steht, und damit, um diese Schwelle zu überschreiten, auf den internationalen Handel existenziell angewiesen ist. Gerade zu Zeiten der Finanzkrise würde solch eine Lösung noch viel schneller ablaufen. Doch es muss sich jemand trauen. Oberstes Gebot in allen die Volksrepublik China betreffenden Fragen muss daher sein: Freiheit für Tibet!